In einer regelrechten Achterbahnfahrt setzte sich der SCE gegen den Tabellenzweiten Sigleß mit 6:4 durch. In der ersten Halbzeit zeigte die Abwehr noch deutliche Schwächen, in der zweiten Hälfte zeigte aber die ganze Mannschaft eine geschlossen gute Leistung.
Die heftigen Regengüsse, die letztlich zum Abbruch des Reservespiels beim Halbzeitstand von 4:1 für Eisenstadt geführt haben, haben sich zu Beginn des Spiels zum Glück verflüchtigt. Zwar regnet es immer noch leicht, die Verhältnisse sind aber absolut regulär. Wie schon einige Male in diesem Frühjahr gelingt den Hauptstädtern ein Blitzstart.
In der 2. Minute läuft sich Kerem Ayhan auf der linken Seite frei, bekommt den Ball und verwertet alleine vor Torhüter Martin Wenzel ins lange Eck zum umjubelten 1:0. Die Gäste versuchen daraufhin sofort zurück zu schlagen. Zwei Minuten nach dem Treffer bringt Felix Gerenschier eine Flanke gefährlich in den Strafraum, SCE-Keeper Tomy Pejicic ist aber zur Stelle und fängt die Kugel knapp vor den gegnerischen Stürmern aus der Luft.
In Minute 8 ist es wieder Tomy Pejicic, der einen guten Weitschuss von Fabian Geissler abwehrt und so den Ausgleich verhindert. In der 12. Minute kommen die Gastgeber zu einem schnellen Konter auf der rechten Seite. Rade Trivunovic dringt in den Strafraum ein, kämpft sich bis zur Torout-Linie vor, legt den Ball zu Attila Soos zurück, welcher mit einem trockenen Schuss auf 2:0 erhöht.
Lange währt der Jubel der SCE-Fans aber diesmal nicht. Schon drei Minuten später kommt Sigleß wieder heran. Nach einem Schuss, den die Verteidigung abblocken kann, kommt Adam Szalai an den Ball und staubt ins lange Eck zum 2:1 ab. In der 20. Minute hätten die Gäste sogar ausgleichen können. Ein Weitschuss von Adam Szalai geht aber knapp links am Tor vorbei.
Gleich im nächste Angriff entkommt Attila Soos seinem Bewacher, er läuft auf den Torhüter zu, nachdem dieser zu Boden geht, überhebt er ihn elegant und der Ball hüpft zum 3:1 ins Tor. Kurz darauf kommt Adrijan Zaric zu einem Schuss von links, er trifft aber nur das Außennetz des kurzen Ecks. In Minute 25 wird Kerem Ayhan ideal angespielt. Auch sein Schuss findet den Weg ins Tor, sodass es sogar 4:1 steht.
Zu diesem Zeitpunkt erwartet niemand auf der Leichtathletik-Anlage mehr, dass dieses Spiel noch einmal spannend werden könnte. Aber das erweist sich als Irrtum. Bereits 4 Minuten später wird ein Sigleß-Stürmer im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Schiedsrichter Koldere Kaan zeigt sofort auf den Elfmeterpunkt. Adam Szalai lässt sich die Chance nicht entgehen und er verkürzt auf 4:2.
Dann versucht wieder der SCE zurück zu schlagen. In der 31. Minute zieht ein Schuss von Kerem Ayhan nur knapp am langen Eck vorbei. Die Zuschauer sehen in dieser Phase ein abwechslungsreiches Spiel. Lange Herumtaktieren ist heute nicht die Sache dieser beiden Teams. In Minute 36 gibt es Freistoß für die Gastgeber knapp an der Strafraumgrenze. Attila Soos bringt diesen gut aufs lange Eck, Martin Wenzel streckt sich aber und wehrt den Ball zur Ecke ab.
Gleich in der nächsten Szene kann sich Martin Wenzel wieder auszeichnen. Er wehrt einen Schuss von Adrijan Zaric aus kurzer Distanz ab. Im Gegenstoß macht es Sigleß besser. Martin Draskoczi wird von der SCE-Abwehr sträflich allein gelassen. Er bringt den Ball an Tomy Pejicic vorbei und plötzlich steht es nur mehr 4:3. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kommt es für die Hausherren noch dicker. Ein Eckball erreicht Sebastian Trejo, der ins lange Eck zum Ausgleich trifft.
Das, was nach 25 Minuten nach einer „gmahten Wiesen“ aussah, ist jetzt wieder ein völlig offenes Spiel mit allen möglichen Ausgängen. Die Pause hat dem SCE aber gut getan. Die Mannschaft versucht nun, selbst das Spiel zu machen, anstatt nur auf Konter zu lauern. In der ersten halben Stunde gelingt Sigleß kein einziger gefährlicher Angriff.
Eisenstadt braucht aber auch bis zur 54. Minute, um für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Ein Kopfball von Rade Trivunovic verfehlt aber sein Ziel. Gleich im nächsten Angriff funktioniert es aber besser. Nach einem Pass von links trifft Kerem Ayhan zum neuerlichen Führungstreffer ins rechte Eck. Es ist bereits sein drittes Tor des Abends.
Damit geben sich die Gastgeber aber nicht zufrieden. Schon eine Minute nach dem letzten Tor schießt Rade Trivunovic, der Schuss geht aber ganz genau zum Tormann. Wieder zwei Minuten später ist es Franz Tometitsch, der mit einem guten Schuss an Martin Wenzel scheitert. Der SCE macht weiter Druck. Man erkennt in jeder Szene den Siegeswillen und die Absicht, den Vorsprung diesmal nicht wieder aus der Hand zu geben.
In der 63. Minute kommt Kerem Ayhan zum Schuss, der geht aber deutlich auf der rechten Seite vorbei. In Minute 68 scheitert Jan Heindl an Martin Wenzel. Sechs Minuten danach ist es Burhan Güvenc, der Martin Wenzel mit einem Weitschuss nicht bezwingen kann. Erst in der 77. Minute schaffen es die Gäste, eine Torchance herauszuspielen. Ein Schuss von Max Braunöder geht nur knapp an der rechten Stange vorbei.
In Minute 84 erlöst Rade Trivunovic dann die SCE-Fans vom Zittern vor dem drohenden Ausgleich. Ein langer Pass auf der rechten Seite wird von ihm erlaufen, er läuft mit dem Ball in den Strafraum und trifft zum Endstand von 6:4 ins lange Eck. In der 87. Minute hätte Sigleß noch einmal alles spannend machen können. Ein Freistoß aus 35 Metern wird von Sebastian Trejo so scharf und platziert aufs Tor gezirkelt, dass sich Tomy Pejicic strecken muss, um den Ball zum Corner abzulenken.
Die letzte nennenswerte Szene des Spiels liefert Eisenstadt. In der 94. Minute scheitert Jan Heindl mit einem Schuss aus kurzer Distanz, sein Nachschuss mit der Ferse geht an die Stange. Kurz darauf ertönt der Schlusspfiff. Auch wenn die Abwehrleistung in der ersten Hälfte nicht die beste war, kann die Mannschaft dennoch stolz auf den heutigen Auftritt sein.
Es wurden viele Chancen herausgespielt und auch die Chancenverwertung war ausgezeichnet. In der zweiten Hälfte sah man auch eine tadellose Abwehr. Es ist zu hoffen, dass das Team in den nächsten Runden an diese Leistung anknüpfen kann. Am kommenden Sonntag gastiert der SCE in Zagersdorf.